20 Jahre HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST

28.06.2018

HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST auf dem Weg zum Jubiläum des großen mitteldeutschen Komponisten

20 Jahre HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST

Aktueller könnte das Thema dieses Jahres nicht sein: „Verley uns frieden“! – Welche Hoffnung wäre sehnsüchtiger gehegt, welcher Wunsch dringender für die Menschen überall auf der Welt zu erfüllen? Die vom lutherischen Original übernommene Schreibweise verrät, es ist kein Ruf aus heutiger Zeit, der nach dem uralten Menschheitstraum von einer friedlichen Welt verlangt. In der Vertonung von Heinrich Schütz singt man ihn seit 370 Jahren. Und wie könnte er besser über den Globus verbreitet werden als in der Weltsprache der Musik?

Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST kann in diesem Jahr nicht umhin an die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 zu gemahnen. Der Sagittagius hat diesen in seiner ganzen Länge erlebt, hat dennoch ein unglaublich faszinierendes Oeuvre geschaffen, wurde zum „saeculi sui musicus excellentissimus", zum „hervorragendsten Musiker seines Jahrhunderts“. In diesen Jahrzehnten der verworrenen religiösen und machtpolitischen Auseinandersetzungen, die große Teile Europas mit unermesslichem Leid überzogen, wirkte unser Namenspatron als Kapellmeister am Hof des sächsischen Kurfürsten – und war von den Schlachten wiederholt unmittelbar betroffen.

Der Hofkapellmeister hatte in diesen Jahren Kompositionen der Trauer und des Gedenkens verfasst, in glücklicheren Phasen durften auch Werke für Friedensfeierlichkeiten entstehen. Dass er in dieser Zeit seine zweite Reise nach Venedig unternehmen konnte, später am Hofe in Kopenhagen Zuflucht fand, erinnert nicht von ungefähr an die Migrationsströme von heute.

Mit dem Gedanken an den 2020 bevorstehenden 435. Geburtstag des Meisters nimmt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST bereits jetzt den zwei Jahre später anstehenden 350. Todestag in den Blick. Auf dem Weg zu diesem großen Jubiläum stehen in diesem Jahr erneut herausragende Korrespondenzen im Fokus, die die Werke des Meisters in spannungsvolle Beziehungen zur Gegenwart und damit auch die jeweiligen Entstehungszeiten ins Verhältnis setzen.

Neben international gefeierten Spezialisten und Spezialensembles der Alten Musik wie Rachel Podger und VOCES8 , Bob van Asperen , der Lautten Compagney Berlin und dem Dresdner Kammerchor werden daher Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel mit seinem Trio, die Folkmusiker von Die Grenzgänger oder The Playfords in einer Brauhaussession zu erleben sein. Der Kontrapunkt MODERN spürt dem Klang von Krieg und Frieden bis in unser Heute nach, namhafte Klangkörper wie AuditivVokal Dresden und das Ensemble L’Art d’Echo gehen hierfür reizvolle künstlerische Verbindungen ein.

Seit 2010 lädt sich das Musikfest einen artist in residence ein, der in exemplarischen Konzerten den jeweiligen thematischen Jahresschwerpunkt in besonderer Weise als Bezugspunkt aufgreift. Mit größter Freude darf 2018 in dieser Rolle die Barockspezialistin Dorothee Mields erwartet werden. Die Sängerin hat sich insbesondere durch ihre regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Collegium Vocale Gent, dem L’Orfeo Barockorchester oder dem Bach Collegium Japan und nicht zuletzt durch ihre erfolgreiche Lehrtätigkeit einen Namen gemacht. Als eine der führenden Interpretinnen für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts wird sie von Publikum und Presse insbesondere für ihr einzigartiges Timbre und ihre berührenden Interpretationen geliebt. – In fünf ganz unterschiedlichen Konzerten wird sie beim Musikfest 2018 an allen Festivalorten zu erleben sein.

Dass all diese herausragenden Künstlerinnen und Künstler zum HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2018 das diesjährige Credo „Verley uns frieden“ ertönen lassen, ist nicht zuletzt dem beständigen Engagement der Ostdeutschen Sparkassenstiftung zu verdanken, die auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis und im länderübergreifenden Verbund mit der Sparkassen-Kultur­stiftung Hessen-Thüringen und der Sparkasse Gera-Greiz Förderer und Partner dieses einzigartigen Festivals ist.

1998 // 2018 | 20 Jahre HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST

Mit einem Festkonzert in der Frauenkirche Dresden, musiziert vom Johann Rosenmüller Ensemble unter Leitung von Arno Paduch, begeht das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST selbst ein gewichtiges Jubiläum: 1998 gegründet, besteht es nunmehr 20 Jahre und findet 2018 bereits zum 21. Mal statt.

Es ist das einzige überregionale Festival, das Heinrich Schütz, dem ersten international renommierten deutschen Komponisten der Musikgeschichte, gewidmet ist. Er gilt als „Vater der deutschen Musik“ und hat seine Zeit und die Generationen nach ihm in einzigartiger Weise geprägt. Heinrich Schütz ist mit seinem Schaffen und Wirken Ausgangspunkt, von dem aus das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST die europäische Musikgeschichte seines Jahrhunderts an den originalen Schütz-Stätten Mitteldeutschlands beleuchtet.

Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST ist außergewöhnlich in seiner Struktur als ein die drei mitteldeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überspannendes Festival. So verschieden die Hauptveranstaltungsorte – Bad Köstritz, Dresden und Weißenfels – sind, so verbindend sind diese Lebens- und Wirkungsstätten von Schütz: Hier ein ganz besonderes Musikfest zu gestalten, das sowohl die einzelnen Orte und deren Region stärkt als auch die Biografie und die Zeit des Komponisten stärker ins heutige Bewusstsein rückt, ist einzigartig. Die Einbeziehung weiterer authentischer Schütz-Stätten in Gera, Torgau, Halle sowie Zeitz ergänzt das lokale wie konzeptionelle Spektrum in idealer Weise.

Seit 2010 lädt das Musikfest einen artist in residence ein. 2010 eröffnete La Chapelle Rhénane unter Leitung von Benoit Haller diese Reihe besonderer Festivalkünstler, die fortgesetzt wurde von der Batzdorfer Hofkapelle und dem Puppentheater Gera, dem Dresdner Kammerchor, dem Ensemble Sette Voci, Ars Nova Copenhagen, Hermann Max und der Rheinischen Kantorei, Christina Pluhar und L’Arpeggiata sowie 2017 von Hille Perl. 2018 ist die Barocksängerin Dorothee Mields eingeladen.

Mit ausgewählten, begeisternden Programmen international renommierter Künstlerinnen und Künstler sowie junger Nachwuchsinterpreten den Frühbarock-Meister in den Fokus zu rücken, ist das Anliegen HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs. Es vermag dabei, aus der Verbindung der drei mitteldeutschen Lebens- und Wirkungsorte, fußend auf der dort vorhandenen kontinuierlichen Schütz-Pflege, weitreichende Aufmerksamkeit zu erzeugen. Es ist das einzige Festival, das sich explizit der Musik der Schütz-Zeit, damit der Musikkultur vom ausgehenden 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, widmet. Auch in der länderübergreifenden Vernetzung und der gemeinsamen Finanzierung aus Mitteln des Bundes wie der drei mitteldeutschen Länder ist es so kein zweites Mal zu finden. Damit, aber auch mit der in den vergangenen zwei Jahrzehnten zurückgelegten Entwicklung ist es heute – im zwanzigsten Jahr seines Bestehens – ein besonderer Höhepunkt in der Festivallandschaft Deutschlands. 


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