aus Liebe zur Wahrheit - Pressemappe

03.10.2017

Heinrich Schütz Musikfest 2017 stellt sich vor

6. bis 15. Oktober 2017

Bad Köstritz | Gera | Weißenfels | Zeitz | Dresden

Heinrich Schütz Musikfest 2017 stellt sich vor

„Aus Liebe zur Wahrheit“ veränderte Martin Luther die Welt. Er und unzählige Mitstreiter schufen eine bis heute wirkmächtige Bewusstseinszäsur. Und das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017, welches vom 6. bis 15. Oktober 2017 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen veranstaltet wird, liefert den „Soundtrack“ zu diesen epochemachenden Bewegungen nach 1517. Freilich handelt es sich dabei keineswegs um eine museale Rückschau: Denn schon der Namensgeber des Musikfests, Heinrich Schütz, war ein Vorreiter der Moderne, ein konfessioneller Kosmopolit, ein Meister des musikalischen Ausdrucks, ein Wegbereiter.

Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017 entspringt der Begeisterung für die Musik des 17. Jahrhunderts. Nicht zuletzt dank der Hilfe von langjährigen Förderern, Sponsoren und Partnern konnte ein erneut vielgestaltiges Programm entworfen werden, das diese Liebe zur Musik mit der „Liebe zur Wahrheit“ verknüpft.

Das facettenreiche Festspielprogramm bietet mit insgesamt 37 Veranstaltungen eine faszinierende und abwechslungsreiche Komposition aus Konzerten, Ausstellungen und Führungen. Das deutschlandweit bedeutendste Festival zur Musik des 17. Jahrhunderts präsentiert seine Veranstaltungen in Weißenfels, Zeitz, Bad Köstritz, Gera und Dresden. Die Ausnahmegambistin Hille Perl ist in diesem Jahr artist in residence des Musikfests.

So vielfältig wie diese einzigartige Kulturregion Mitteldeutschlands ist auch das Festspielprogramm des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017. Neben der artist in residence Hille Perl werden zahlreiche Stars der Barockmusikszene wie Dorothee Mields, Peter Kooij, David Erler, Arno Paduch, Laurence Dreyfus oder Bachpreisträger Pavel Svoboda erwartet. Großartige international beachtete Ensembles wie amarcord, das Calmus Ensemble, PHANTASM, Cappella Sagittariana Dresden, Capella de la Torre, das Johann Rosenmüller Ensemble, das Ensemble Quintana oder Sarband werden die Vielfalt des Schützschen Œvres und das seiner Zeitgenossen präsentieren.

Alte Musik und historische Klangbilder treffen auf zeitgenössische Aneignungen und stilistische Grenzgänger zwischen Frühbarock, Weltmusik und Neuer Musik. Werke für opulente Reformationsfeiern von 1617 sind zu hören. Klangprächtige Instrumental- und Vokalkonzerte in einigen der schönsten Kirchen Mitteldeutschlands laden ein, sich ganz der Verbindung von Raum und Musik hinzugeben. Daneben gibt es – und das ist ebenso Markenzeichen des Musikfests – überraschende und außergewöhnliche Spielstätten. So bietet das Musikfest die Möglichkeit, auratische Orte und spannende Veranstaltungsformate im Mathematisch-Physikalischen Salon im Dresdner Zwinger, in der Hochspannungshalle der TU Dresden und im Kleinen Schlosshof des Residenzschlosses Dresden zu entdecken oder lädt zu einem Wandelkonzert in die Rüstkammer des Residenzschlosses Dresden ein.

Auch im aktuellen Programm richtet sich das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017 wieder ganz gezielt an die jüngere Generation. So bietet Schütz_Junior! in Konzert- und Workshop-Formaten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich im wahrsten Sinne des Wortes „spielerisch“ dem Themenfeld des musikalischen Frühbarocks zu nähern. Das Musikfest lädt mit seinem schon traditionellen Familienkonzert zur Veranstaltung Die Abenteuer des Simplicissimus zu einer musikalischen Reise durch die Welt des aufgewühlten 17. Jahrhunderts ein.

Entscheidende Unterstützung erfährt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST seit einigen Jahren durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis. Erstmals präsentieren sie nun 2017 den artist in residence des Musikfests. Damit unterstreichen beide Partner auch inhaltlich die überregionale Bedeutung, die sie dem HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST beimessen, wirkt der artist in residence doch prägend für den thematischen und künstlerischen Schwerpunkt des Fests. Substanziell erweitert wird diese Kooperation durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die gemeinsam mit der Sparkasse Gera-Greiz das Musikfest unterstützt. Somit steht das Netzwerk der Förderer nicht nur für eine umfangreiche Förderung, sondern auch exemplarisch für ein länderübergreifendes kulturelles Engagement.

Karten können bequem im Internet unter www.schuetz-musikfest.de oder telefonisch unter der Kartenservicenummer (01806) 700 733 (0,20 € pauschal deutsches Festnetz; 0,60 € Mobilfunknetz) bestellt werden. Für Vielbucher gibt es attraktive Sparangebote. Junge Menschen mit einem Schülerausweis erhalten Eintrittskarten zum Taschengeldpreis in Höhe von 5,00 € für fast alle Veranstaltungen.

Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017 wird an den wichtigsten Lebensstationen Schütz‘ in Weißenfels, Zeitz, Bad Köstritz, Gera und Dresden stattfinden. Hauptveranstalter ist der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM). Das Musikfest wird in Kooperation mit drei ständigen Partnern veranstaltet, die zugleich als Mitveranstalter für das jeweilige Bundesland agieren: die Schütz-Akademie e.V. Bad Köstritz (Thüringen), die Stadt Weißenfels und der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz” e.V. (Sachsen-Anhalt) sowie die Dresdner Hofmusik e.V. (Sachsen).

Hinzu treten in einer breit angelegten Netzwerkstruktur alljährlich weitere Kooperationspartner und Unterstützer. Unter konzeptioneller Federführung der MBM engagieren sich all diese Partner vor Ort kontinuierlich bei der Pflege des Schütz-Erbes und geben dem überregional bedeutsamen Musikfest durch ihre regionale Verwurzlung und ihre kreativen Beiträge sein unverwechselbares Gesicht – exemplarisch, authentisch, begeisternd.

Drei Länder – ein Festival

Heinrich Schütz hat wie kein Zweiter seine Zeit und die Musikergenerationen nach ihm geprägt. Im Laufe seines 87-jährigen Lebens hat er in einzigartiger Weise die musikalischen Entwicklungen in Mitteldeutschland und darüber hinaus beeinflusst und begleitet. Er gilt als „Vater unserer modernen Musik“ und war der erste deutsche Komponist von Weltrang. Diesem großen Komponisten und Musiker zu Ehren veranstaltet der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. seit nunmehr zwanzig Jahren in einer breiten Kooperation das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST an den originalen Schütz-Stätten in ganz Mitteldeutschland.

Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST stellt das Schaffen des frühbarocken Meisters und seiner Zeitgenossen in den Mittelpunkt eines facettenreichen Programms und lädt Musikfreunde aller Generationen dazu ein, sich der Musik in bewusst vielfältiger Weise zu nähern – ganz nah an der historisch-informierten Aufführungspraxis ebenso wie in belebender Frische aus heutiger Perspektive interpretiert. Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST ist damit ein prägender Akteur der intensiven, breiten und vielfältigen Schütz-Pflege im deutschsprachigen Raum, die ihr geistiges Zentrum, ihre wesentlichen Orte und wichtige Protagonisten in Mitteldeutschland hat. Hier befinden sich nicht nur die zentralen Lebensorte des Sagittarii, sondern auch die zentralen Pflegestätten – mit weltweiter Ausstrahlung und mit beiden Beinen im Heute stehend.

Seit 2010 lädt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST einen artist in residence ein, der in exemplarischen Konzerten an den drei Hauptspielorten den jeweiligen thematischen Schwerpunkt des Jahres in besonderer Weise als Bezugspunkt aufgreift. 2010 eröffnete La Chapelle Rhénane unter der Leitung von Benoit Haller diese Reihe besonderer Festivalkünstler. Seither haben zahlreiche Künstler und Ensembles die Rolle des artist in residence mit Leben erfüllt. Das Batzdorfer Hofkapelle und das Puppentheater Gera (2011), der Dresdner Kammerchor | Hans-Christoph Rademann (2012), das Ensemble Sette Voci | Peter Kooij (2013), das Ensemble Ars Nova Copenhagen | Peter Hillier (2014), die Rheinische Kantorei | Hermann Max (2015) und das Ensemble L’Arpeggiata | Christina Pluhar (2016). Im aktuellen Festspieljahr lädt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST die Ausnahmegambistin Hille Perl ein, die mit insgesamt sieben Veranstaltungen dem Festival ihren ganz persönlichen Charakter verleihen wird.

Zahlreiche langjährige und immer wieder neue Kooperationen ermöglichen die Umsetzung der Idee eines Festivals für drei Länder. Hauptveranstalter ist der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. Dessen Geschäftsführerin Dr. Christina Siegfried ist die Intendantin des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs. Es wird in Kooperation mit drei ständigen Partnern veranstaltet, die zugleich als Mitveranstalter für das jeweilige Bundesland agieren: die Schütz-Akademie e.V. Bad Köstritz, die Stadt Weißenfels und der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz” e.V. sowie die Dresdner Hofmusik e.V. Die Partner engagieren sich kontinuierlich bei der Pflege des Schütz-Erbes und geben dem HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST durch ihre regionale Verwurzlung und ihre kreativen Beiträge sein unverwechselbares Gesicht.

Hille Perl – artist in residence

Hille Perl | Foto: JexeLL

Seit 2010 lädt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST namhafte Künstlerpersönlichkeiten ein, die als artist in residence nicht nur in allen Spielorten des überregionalen Festivals Konzerte geben, sondern mit ihren Programmen zugleich einen programma-tischen Auftakt für das gesamte Musikfest gestalten. Es erfüllt die Veranstalter mit großer Freude, dass in diesem Jahr die international gefeierte Gambistin Hille Perl als artist in residence für das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017 gewonnen werden konnte.

Für viele Musikfreunde heißt Viola da gamba ganz einfach Hille Perl. Sie ist Synonym für ein Instrument, dessen klangliche und technische Möglichkeiten nur selten ausgeschöpft, von Hille Perl aber sehr oft bis an die Grenzen des Möglichen ausgelotet werden. Immer wieder wagt sie sich an Neues, lockt mit Experimenten. Hille Perls künstlerisches Wirken dokumentiert sich nicht nur in einer weltweiten Konzerttätigkeit, sondern auch in zahlreichen CD-Aufnahmen und hochkarätigen Musikpreisen. Als Professorin an der Hochschule für Künste Bremen widmet sie sich begeistert der Ausbildung ihrer Studierenden. Sie ist zudem Mitglied und spiritus rector verschiedener Ensembles wie Los Otros, The Age of Passions oder The Sirius Viols.

„Die Umstände, in denen wir jetzt leben, sind durchaus vergleichbar mit dem
17. Jahrhundert: Wir können nicht voraussagen, was in zehn Jahren sein wird, wohin
man auch sieht, tobt Krieg, und man bekommt es sehr deutlich mit. Das unterscheidet
sich eigentlich in nichts...“
(Hille Perl im Interview mit Tobias Roth, April 2010)

Schwerpunkt ihres außerordentlich breiten musikalischen Repertoires ist die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Musik ist für sie eine Methode, nicht nur die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden, sondern auch sich widersprechende Aspekte menschlicher Existenz miteinander zu vereinen. Und genau das ist das Anliegen des diesjährigen HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs.

Im Verlauf des Festivals haben Besucher gleich siebenmal die Chance, auf die Ausnahmeinterpretin Alter Musik zu treffen. In unterschiedlichen Konzertformaten wird sie ihr Können präsentieren. Im Rahmen eines Workshops für Gambisten und Spezialensembles für Alte Musik wird sie ihr Wissen an Kinder, Jungendliche sowie fortgeschrittene Laien weitergeben.

Unser besonderer Dank gilt der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Burgenlandkreis, die in enger Zusammenarbeit den artist in residence des Musikfests präsentieren und das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST damit erneut wesentlich unterstützen.

Freuen Sie sich auf Konzerte in meisterlicher Perfektion und in vollendeter Interpretation mit der großartigen Hille Perl in Bad Köstritz, Weißenfels und Dresden.

Die Termine - Hille Perl beim HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2017

Der artist in residence wird präsentiert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung
gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis

6. Oktober 2017, 20.00 Uhr, Eröffnungskonzert, Annenkirche | Dresden
7. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Kirche St. Leonhard | Bad Köstritz
8. Oktober 2017, 17.00 Uhr, St. Marienkirche | Weißenfels

Wir gläuben all an einen Gott

Werke u. a. von Balthasar Resinarius, Johann Rosenmüller,
Heinrich Schütz, Johann Theile

Dorothee Mields, Sopran | David Erler, Altus | Georg Poplutz, Tenor | Peter Kooij, Bass
Petra Müllejans, Judith von der Goltz, Violine | Christian Heim, Julia Vetö, Viola da gamba
Lee Santana, Laute und Theorbe | Klaus Eichhorn, Orgel
Hille Perl, Viola da gamba und Leitung

Jeweils 1h vor Konzertbeginn: Künstlergespräch zur Einführung

9. Oktober 2017, 9.30 Uhr, Workshop, Heinrich-Schütz-Konservatorium | Dresden
9. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Werkstattkonzert, Heinrich-Schütz-Konservatorium | Dresden

Hortus musicus | Schütz_Junior!

Workshop/Kurs für Gambisten und Ensembles für Alte Musik
Werkstattkonzert

Kursleitung: Hille Perl, Viola da gamba

Der Kurs unter Leitung von Hille Perl richtet sich an Musiker und Musikerinnen, fortgeschrittene Laien und Profis, die sich mit Alter Musik beschäftigen. Die Kursarbeit umfasst den Unterricht einzeln (für Gambisten), in bestehenden Ensembles oder auch in spontan sich bildenden Consorts. Zuhörer als passive Teilnehmer sind herzlich willkommen. Die Ergebnisse des Tages werden am Abend im Werkstattkonzert vorgestellt.

Zielgruppe: Schüler und Schülerinnen,
Lehrkräfte, Studierende, Interessenten für Alte Musik

Anmeldung/Organisation: Gabriele Bäz, Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden e.V.
Tel.: (0351) 830 86 87, Email: gabriele.baez@hskd.de | Achtung: nur noch Anmeldungen für passsive Teilnehmer möglich


13. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus | Bad Köstritz

Inquisitio – Wahrheitsfindung?

Lesung aus literarischen Zeugnissen des 17. Jahrhunderts und Gerichtsprotokollen

Julia Böhme, Lesung | Dr. Monika Lücke, Impulsvortrag
Hille Perl, Viola da gamba und E-Gambe


15. Oktober 2017, 17.00 Uhr, St. Marienkirche | Weißenfels

Abschlusskonzert

Sacred Bridges – Eine musikalische Reise für Frieden und Verständigung
Jüdische, christliche und muslimische Psalmvertonungen in Werken
von Salamone Rossi, Claude Goudimel, Jan Pieterszoon Sweelinck,
Alî Ufkî (alias Wojciech Bobowski). Louis Lewandowski und Heinrich Schütz

Hille Perl, Viola da gamba
Hannah Kilian, Adela Czaplewska, Sarah Small, Matthias Bergmann, Viola da gamba

Ensemble SARBAND
Rebal Al-Khodari, Gesang | Mohamad Fityan, Ney (Rohrflöte) | Efstratios Psaradellis, Kemence (Fiedel) | Salah Eddin Maraqa, Qanun (Psalter) | Vladimir Ivanoff, Perkussion

Die wirbelnden Mevlevi-Derwische: Metin Erkuş und Cem Kaǧıtcı

Leipziger Synagogalchor | Ulrich Vogel (Orgel) | Leitung: Ludwig Böhme
Konzeption, Arrangements und Gesamtleitung: Vladimir Ivanoff

16.00 Uhr, Künstlergespräch zum Konzert | Heinrich-Schütz-Haus

Blickpunkt Wahrheitssuche

„Wahrheit“ ist einer der großen, zentralen Begriffe der Kultur-und Geistesgeschichte. Aber er ist weit mehr als nur ein philosphisches Problem. Die „Wahrheit“ wurde und wird gewaltvoll erzwungen, naturwissenschaftlich erforscht und errungen, war und ist Glaubens- und Ansichtssache. Eine Reihe besonderer Konzertformate spürt diesen aufsehenerregenden, erschütternden und kuriosen Aspekten der „Wahrheit“ nach.

Die Veranstaltungen im Blickpunkt

7. Oktober 2017, 17.00 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus | Weißenfels

Was ist Wahrheit

Annäherungen an ein schwieriges Thema – Podiumsgespräch

Prof. Dr. Matthias Tischer, Musikwissenschaftler, Philosoph und Kunsthistoriker, Berlin
Pfarrer Martin Schmelzer, Evangelische Kirchengemeinde Weißenfels

Ensemble Quintana
Concert Lecture mit Musik von Vincenzo Galilei, Marchetto Cara, Luigi Rossi, Biagio Marini, Maurizio Cazzati, Salamone Rossi, Claudio Monteverdi

Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, braucht es Zeit. Vielfältig waren und sind die Versuche, Zeit zu messen, um etwas Unumstößliches festzuhalten. Doch Vorsicht: Die Zeit ist fließend, relativ und war in den vergangenen Jahrhunderten mancherlei Konventionen unterworfen. Eigene Länder, eigene Zeiten! Es geht kaum sinnfälliger, als sich im exklusiven Ambiente des Mathematisch-Physikalischen Salons im Dresdner Zwinger Zeit zu nehmen für eine Begegnung mit den Meistern der Messung und Hütern der naturwissenschaftlichen Wahrheit. Für den Klang der Zeit sorgen die beiden italienischen Musikerinnen des Ensembles Quintana: Sie bringen Musik zu Gehör, die inspiriert von Zeit, Wetterzyklen und Mondphasen und somit nah am Geist des Konzertortes ist.

Ensemble Quintana
Ilaria Fantin, Erzlaute
Kateřina Ghannudi, Barockharfe und Gesang

Im Gespräch über die Zeit:
Dr. Peter Plaßmeyer, Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons
Dr. Oliver Geisler, Dramaturg und Musikwissenschaftler

In Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Ensemble PHANTASM

Protestantische Winde und katholische Flammen
Religion, Politik und Musik im England
des 16. und 17. Jahrhunderts

„Ich habe meine Armada zum Kampf gegen die Engländer ausgesandt, nicht gegen Naturgewalten“, grollte König Philipp II. angesichts der Überreste seiner einst so stolzen Flotte. Ein Orkan verhinderte die Eroberung Englands und besiegelte 1588 den Untergang der spanischen Armada. Für die protestantischen Engländer war klar: Gott war auf ihrer Seite. Als 1666 eine Feuersbrunst halb London in Asche legte, waren schnell die Katholiken als Schuldige ausgemacht. Schlimmer als die Gewalt der Elemente aber wütete der christliche Bruderhass in jenen Zeiten – gleichzeitig blühte fantastische englische Musik am üppigsten. Herausgefordert durch die Gegenwart und inspiriert von der Vergangenheit bezieht das gefeierte englische Gambenconsort PHANTASM Stellung. Mit dem feinsinnigen Klang der Gambe reflektieren sie die Absurdität religiöser Sippenhaft und Politisierung von Religion.

Impulse:
Prof. Dr. Gerhard Poppe
Universität Koblenz-Landau | Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Dipl.-Ing. Hans-Peter Pampel
Institut für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik an der TU Dresden

PHANTASM
Laurence Dreyfus, Diskant-Gambe und musikalische Leitung
Emilia Benjamin, Diskant-Gambe
Jonathan Manson, Tenor-Gambe
Markku Luolajan-Mikkola, Bass-Gambe

mit: Heidi Gröger, Tenor-Gambe

Hille Perl

Lesung aus literarischen Zeugnissen
des 17. und 18. Jahrhunderts und Gerichtsprotokollen

Inquisition, lateinisch „inquisitio“, bedeutet Nachforschung oder Untersuchung. Was hinter diesem harmlosen Begriff steht, ist die dunkle, qualvolle und menschenverachtende Geschichte der 'Wahrheitssuche' im Namen des Glaubens.
Die charismatische Schauspielerin und Sängerin liest aufwühlende und beklemmend realistische Protokolle und originale Berichte von Hexenprozessen des 17. und 18. Jahrhunderts. Zur Seite tritt ihr musikalisch Hille Perl, die mit Kompositionen für Viola da Gamba und E-Gambe solo die Texte kommentieren wird.

Julia Böhme, Lesung | Dr. Monika Lücke, Impulsvortrag
Hille Perl, Viola da gamba und E-Gambe
artist in residence 2017

Sacred Bridges

Sacred Bridges – Eine musikalische Reise für Frieden und Verständigung | Jüdische, christliche und muslimische Psalmvertonungen in Werken von Salamone Rossi, Claude Goudimel, Jan Pieterszoon Sweelinck, Alî Ufkî (alias Wojciech Bobowski). Louis Lewandowski und Heinrich Schütz

Juden, Christen und Muslime singen die gleichen Lieder der Trauer und der Freude, Sündenbekenntnisse, Lob- und Preislieder. Psalmvertonungen von Komponisten aus drei Religionen geben ein Beispiel dafür, wie die Psalmen als Quelle der Spiritualität, politisches Instrument, Verknüpfung von Tradition und Moderne, vor allem aber als ein die Menschen zueinander führender Weg dienen können. Die Kompositionen von Salamone Rossi, Claude Goudimel, J. P. Sweelinck und Alî Ufkî u.a. werden ineinander verschränkt, um die ursprünglich intendierte Wirkung der Psalmen wieder aufleben zu lassen: Geheiligte Brücken; zwischen Völkern, Religionen, zwischen Menschen.
Das Finale des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTS ist daher mehr als ein übliches Konzert, denn es soll ganz bewusst in der Erweiterung auf alle Weltreligionen ein Brückenschlag sein, der Menschen und Glaubensrichtungen zueinander führt in einem faszinierenden Zusammenklang von Gesang, Instrumentalmusik und Körperausdruck.



Hille Perl | Viola da gamba artist in residence 2017

Hannah Kilian, Adela Czaplewska, Sarah Small, Matthias Bergmann, Viola da gamba

Ensemble SARBAND
Rebal Al-Khodari, Gesang | Mohamad Fityan, Ney (Rohrflöte) | Efstratios Psaradellis, Kemence (Fiedel) | Salah Eddin Maraqa, Qanun (Psalter) | Vladimir Ivanoff, Perkussion

Die wirbelnden Mevlevi-Derwische: Metin Erkuş und Cem Kaǧıtcı

Leipziger Synagogalchor | Ulrich Vogel (Orgel) | Leitung: Ludwig Böhme
Konzeption, Arrangements und Gesamtleitung: Vladimir Ivanoff

16.00 Uhr, Künstlergespräch zum Konzert | Heinrich-Schütz-Haus

Blickpunkt Reformation

„Aus Liebe zur Wahrheit und in dem Bestreben, diese zu ergründen…“ Mit diesen Worten leitete Martin Luther seine weltberühmten 95 Thesen ein. Heinrich Schütz schuf mit seinen Werken musikalische Predigten, die in ihrer Klarheit und gleichzeitigen Vielschichtigkeit ganz dem Geist der Reformation Luthers verpflichtet sind. Die mitteldeutsche und mitteleuropäische Musik des 17. Jahrhunderts insgesamt ist geprägt durch intensive Affekte, bildreiche Kompositionen und ganz starke Bezüge zur aufwühlenden Wirklichkeit jener Zeit. Oder anders gesagt: Beim HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST hört und spürt man den Soundtrack der Reformation.

Die Veranstaltungen im Blickpunkt

10. Oktober 2017, 14.30 Uhr, Palais im Großen Garten | Dresden
10. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Palais im Großen Garten | Dresden

Fegefeuer der Eitelkeiten

Ein klingendes Kaleidoskop der Reformationszeit
Musik von Heinrich Isaac, Pierre de la Rue, Josquin des Prez,
Antonio Scandello, Georg Rhaw, Martin Luther u.a.

„Josquin ist der noten meister, die habens müssen machen, wie er wolt.” – welch Kompliment aus dem Munde Martin Luthers für seinen Lieblingskomponisten. Es war die Musik, die neben der Leidenschaft für die Sprache, sein Wirken prägte. Und um beides – um die deutsche Sprache und die Musik vor und seit Luther – geht es hier.
Musik der Reformationszeit, Texte, Puppenspiel und szenische Aktionen lassen jene Welt lebendig werden, aus der heraus die Reformation ihren Lauf nahm. Protagonisten treten auf und ab, historische Stimmungshintergründe werden in faszinierender Weise erfahrbar. Chansons, Frottole, Motetten – Klänge, die mit Kaiser Karl V. oder Papst Leo X. verbunden sind, aber auch die beißenden Satiren eines François Rabelais finden Platz und stehen der Musik um Martin Luther gegenüber.

Günther Lindner, Puppenspiel und Ausstattung
June Telletxea, Sopran
Christoph Burmester, Tenor
Thomas Friedlaender, Zink und Schlagwerk
Andreas Arend, Laute
Niklas Trüstedt, Viola da gamba und Sprecher


In Kooperation mit dem Förderverein Palais Großer Garten e.V., Dresden

12. Oktober 2017, 20.00 Uhr, Frauenkirche | Dresden

Nun lob mein Seel

KlangRäume – Mehrchörigkeit bis Heinrich Schütz
Werke von Johannes Heugel, Johann Walter,
Georg Otto, Michael Praetorius, Heinrich Schütz u.a.

In Deutschland entwickelt sich bereits in der 1. Hälfte des 16. Jahrhundert ein neuartiger Kompositionsstil, der sich durch die Gegenüberstellung zweier Klangkörper und einer bewussten räumlichen Klangentwicklung auszeichnete. Dieser später mehrchörig genannte Stil entwickelte sich in drei wichtigen Zentren der Reformation: in der Residenz Herzog Albrechts von Preußen in Königsberg, der des Kurfürsten Friedrich der Weise von Sachsen in Torgau und am Hof Landgraf Philipps von Hessen in Kassel.
Angeregt und inspiriert haben dürften die Meister der franko-flämischen Schule wie Josquin des Prez, Antoine Brumel, Jean Rousée u.a., teilten diese doch bereits ihren vollstimmigen Chorsatz in teilchörige Partien, die miteinander korrespondieren, wobei die Stimmkombinationen ständig wechseln. Die Konsequenz aus dieser Technik ist eben jene beeindruckende Mehrchörigkeit, bei der zwei oder mehr Gruppen separat ihre ganz eigene Identität haben. Mag ein Heinrich Schütz auch diesen Klang in seiner Blüte und Perfektion im Markusdom zu Venedig erlebt haben, gekannt hatte er diese Kompositionstechnik schon lange vorher – nicht zuletzt durch die Werke des Kasseler Kapellmeisters Georg Otto aus Torgau.

Capella de la Torre | Foto: Ensemble

Calmus Ensemble
Anja Pöche, Sopran
Sebastian Krause, Altus
Tobias Pöche, Tenor
Ludwig Böhme, Bariton
Manuel Helmeke, Bass

Capella de la Torre
Birgit Bahr, Altpommer
Falko Munkwitz, Posaune
Regina Hahnke, Bassdulzian
Hildegard Saretz, Virginal
Ekkehard Saretz, Orgel
Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung

19.00 Uhr, Einführung zum Konzert

Konzert in Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche Dresden

Ensemble PHANTASM

Martin Luther, der wie kaum ein Zweiter die Kraft der biblischen Worte freizulegen wusste, verstand, dass die ‚Musica‘ wie keine andere Kunst im Stande ist, diese Kraft direkt erfahrbar zu machen, mithin die Menschen unmittelbar zu ergreifen. In seinen Chorälen manifestiert sich denn auch Luthers Wille, Texte durch die Musik zu verlebendigen und so deren innewohnende Glaubenskraft zu potenzieren. So nehmen mit Luther auch musikalische Reformationen ihren Ausgang, die insbesondere in der protestantischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts ihre volle schöpferische Kraft entfalten.
Im Programm kommen drei Komponisten zu Wort, deren Wirkungszeiten in etwa dieses Jahrhundert überspannen und die allesamt Meister darin waren, Texte zum Leben zu erwecken und ihnen große existentielle Wucht zu verleihen: Heinrich Schütz, Johann Rosenmüller und Johann Philipp Krieger. Da die drei Komponisten in Lehrer-Schüler-Beziehungen standen, lässt sich an ihren Werken auch die Entwicklung der protestantischen Kirchenmusik dieser Epoche wie durch ein Brennglas nachvollziehen.
Der Schwerpunkt im Programm liegt auf dem ergreifenden Werk Johann Rosenmüllers, dessen Geburtstag sich zum Reformationsjubiläum zum 400. Mal jährt. Die Werke von Rosenmüller und Krieger entstammen dem Programmbuch Kriegers, das für den Zeitraum von 1684 bis zu seinem Tod 1725 akribisch alle Werke auflistet, die in der Weißenfelser Schlosskirche unter seiner Leitung erklangen.

Ensemble 1684
Kammerchor Weißenfels | Einstudierung: Thomas Piontek

Orgel und musikalische Leitung: Gregor Meyer

18.00 Uhr, Einführung zum Konzert | Museum Schloss Neu-Augustusburg

Calmus Ensemble | Foto: Zandel

Werke von Michael Praetorius, Johann Caspar Ferdinand Fischer, Johann Eccard, Johann Hermann Schein, Heinrich Schütz, Johannes Brahms, Max Reger, Siegfried Karg-Elert, Max Gulbins u.a.

Das Calmus Ensemble hat aus den Lutherliedern Collagen zusammengestellt. Diese neuentstandenen Choralmotetten führen den Zuhörer vom Mittelalter, der Renaissance und der Romantik bis in die Moderne und beleuchten Luthers Lieder von den unterschiedlichsten Seiten: So kommt es zu ganz neuen Verbindungen zwischen den verschiedenen Epochen und Stilen. Sie berühren sich, sie ergänzen sich oder kontrastieren einander. Aus einzelnen Motetten, Kantatensätzen, Parodiemessen, Orgelmusik, Hymnen und gregorianischen Chorälen werden Bausteine, aus denen neue Klanggebäude entstehen. Kurz – ein Programm ganz nach dem Geschmack von Calmus: einzigartig und abwechslungsreich – und natürlich eine große Hommage an den Reformator Martin Luther!

Calmus Ensemble
Isabel Jantschek, Sopran
Sebastian Krause, Altus
Tobias Pöche, Tenor
Ludwig Böhme, Bariton
Manuel Helmeke, Bass

Konzert in Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche Dresden

14. Oktober 2017, 15.30 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus | Bad Köstritz

Sonderführung „95 Huldigungen an Martin Luther und die Reformation“

Heinrich-Schütz-haus Bad Köstritz | Foto: Mathias Marx

Von Kupferstichen und Holzschnitten bis zu Playmobil, Kartenspiel und Schokolade …

Bekanntlich schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche. Ob er auch 95 Hammerschläge benötigte, um sein „Thesen-papier“ anzubringen? Hammerschläge, die die Welt erschütterten und nachhaltig veränderten! – Das wissen wir nicht. Aber die Zahl 95 greifen die Köstritzer Ausstellungsmacher im Heinrich-Schütz-Haus auf, um Martin Luther auf 95 Arten zu huldigen. Mal wird es ganz „klassisch“ mit Holzschnitten und Kupferstichen zu Leben und Werk des Reformators. Aber auch mit der „Erinnerungskultur“ unserer Tage mit Sinnvollem und Sinnlosem, mit (späten) Einsichten und so mancher „Stilblüte“ (oder doch „Entgleisung“?) wird man sich hier beschäftigen. Ein vielfältiges und buntes Bild der Reformationszeit und seines Hauptprotagonisten wird mit alten und neuen Exponaten gezeichnet.

Friederike Böcher M.A., Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses

14. Oktober 2017, 17.00 Uhr, Dom St. Peter und Paul | Zeitz

Singet dem Herrn ein neues Lied

Protestantische Kirchenmusik im nachreformatorischen Jahrhundert –
Klangvolle Werke von Heinrich Schütz, Samuel Scheidt, Michael Praetorius,
Johann Hermann Schein und Clemens Thieme

Lange war die Musikgeschichte und Musikpflege auf große Einzelpersönlichkeiten, auf Städte, bedeutende Höfe und Metropolen beschränkt. Es ist das große Verdienst all der unermüdlichen, neugierigen, abenteuerlustigen und akribisch forschenden Musikerinnen und Musiker der Alte-Musik-Szene, so viele reizvolle und lohnenswerte „terrae incognitae“ der kulturellen Landkarte wieder erschlossen zu haben. Und das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST ist gewissermaßen ihr Journal und Sprachrohr. So sind es in dem Konzert im Zeitzer Dom eben nicht nur die „drey berühmten S“ – Schütz, Schein und Scheidt –, die erklingen, sondern es gibt eine der seltenen Gelegenheiten, den Schütz-Schüler und Konzertmeister der Zeitzer Hofkapelle Clemens Thieme kennenzulernen.

Gesine Adler, Sopran
Friederike Urban, Sopran
Stefan Kunath, Altus
Falk Hoffmann, Tenor
Albrecht Sack, Tenor
Gun-Wook Lee, Bass

Mitglieder des Collegium Vocale Leipzig
Friederike Urban, Sopran
Andrea Pitt, Alt
Thomas Fröb, Tenor
Michael Gransee, Bass

Mitglieder der Merseburger Hofmusik
Roland Wilson, Zink
Julia Nagel, Masafumi Sakamoto und Fernando Günther, Posaunen
Eva Salonen, Ulrike Wildenhof, Almut Schlicker und Katharina Dargel, Violine/Viola
Friederike Däublin, Violone 8‘
Ulla Hoffmann, Violone 16‘
Tobias Meier, Dulzian
Bernadett Mészáros, Orgel

Leitung: Michael Schönheit

16.00 Uhr, Einführung zum Konzert


14. Oktober 2017, 17.00 Uhr, Kreuzkirche | Dresden

Vesper in der Kreuzkirche

Es erklingen Motetten von Heinrich Schütz, Claudio Monteverdi, Paul Eberhard Kreisel,
Melchior Franck, Alfred Stier, Zoltán Kodály und Georg Philipp Telemann

Die städtische Kirchenmusik Dresdens hatte seit dem Mittelalter ihren Mittelpunkt an der Kreuzkirche mit den heute noch bestehenden Musikerstellen von Kreuzkantor und Kreuzorganist. Zu besonderer Bedeutung gelangten Kreuzkantoren wie Gottfried August Homilius im Barockzeitalter, Oskar Wermann und Rudolf Mauersberger im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert. Große Beachtung fanden vor allem seit dem 19. Jahrhundert die schon damals lange bestehenden sonnabendlichen Vespern in der Kreuzkirche. Sie gehören somit in einer sich vielfach wandelnden Stadt wie Dresden gleichsam zu den unumstößlichen kulturellen Säulen, die stets hunderte Besucher anziehen.

Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden
Leitung: Stephan Lennig
Kreuzorganist Holger Gehring, Orgel
Liturgie: Superintendent Christian Behr

Eine Veranstaltung der Kreuzkirche Dresden

14. Oktober 2017, 19.00 Uhr, St. Salvatorkirche | Gera

Lutherisches Jubelgeschrey

Festmusiken zum Reformationsjubiläum 1617
Werke von Michael Altenburg, Heinrich Schütz, Samuel Scheidt u.a.

Anlässlich der Einhundertjahrfeier der Reformation im Jahr 1617 wurden im ganzen protestantischen Deutschland Festgottesdienste angeordnet, welche mit feierlicher Musik begangen wurden. Eine der großartigsten Festmusiken dieses Jahres verfasste der Erfurter Kantor Michael Altenburg, der diese im gleichen Jahr unter dem Titel Gaudium Christianum, das ist: Christliche musikalische Freude in Jena drucken ließ. Altenburg verbindet dabei die wesentlichen Kompositionsstile seiner Zeit, vom einfachen Choralsatz bis hin zur vierchörigen Schreibweise im venezianischen Stil zu einem geschlossenen Zyklus. Besondere Monumentalität erreicht Altenburg durch die Verwendung von Trompeten und Pauken, die eigentlich nur fürstlichen Kapellen vorbehalten waren. Doch ist dieses Werk zugleich eine herausragende politische Musik, die ihre eindeutig propagandistische Ausrichtung keinen Moment verbirgt und somit zu einem eindrücklichen Zeugnis glaubenspolitischer Auseinandersetzungen zum Beginn des 17. Jahrhunderts wird.

Landesjugendchor Thüringen | Foto: Ensemble

Sara Mengs, Sopran
Viola Blache, Sopran
Thomas Riede, Altus
Christoph Pfaller, Tenor
Dirk Schmidt, Bass

Landesjugendchor Thüringen
Johann Rosenmüller Ensemble
Leitung: Arno Paduch

Gesamtleitung: Nikolaus Müller

18.00 Uhr, Einführung zum Konzert

14. Oktober 2017, 20.00 Uhr, Kleiner Schlosshof / Residenzschloss | Dresden

Anno 1617 – sola gratia, sola fide, sola scriptura

Reformationsfeste in Sachsen 1617 // 2017
Werke von Heinrich Schütz, Michael Praetorius, Samuel Scheidt, Hans Leo Haßler

Drei Tage lang ließ Kurfürst Johann Georg I. als Kirchenoberhaupt der Lutherischen Kirche die einhundertste Wiederkehr des Thesenanschlags durch Martin Luther feiern. Seinen Oberhofprediger Matthias Hoë von Hoënegg beauftragte er mit der Planung und Durchführung des überaus repräsentativen Ereignisses, das zum religiösen Staatsakt aufgewertet und zudem zur Vorlage für alle künftigen Reformationsfeierlichkeiten Kursachsens werden sollte. In seiner ChurSächsischen Evangelischen Jubel Freude (Leipzig 1618) berichtete denn auch Hoënegg detailliert über diese Dresdner Jubelfeier und druckte neben den eigens verfassten Festpredigten auch deren liturgischen und musikalischen Ablauf ab. Zu den üppigen Solennitäten gehörte unmittelbar eine ebenso reiche musikalische Ausstattung, die mit Musik von Johann Walter, Heinrich Schütz, Michael Praetorius und Hans Leo Hassler nicht besser hätte besetzt sein können.

Friedrich Schorlemmer, Textauswahl und Sprecher

amarcord plus

Cappella Sagittariana Dresden

Leitung: Norbert Schuster

Eine Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Gottesdienste im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfests

8. Oktober 2017, 10.15 Uhr, St. Marienkirche | Weißenfels

Festgottesdienst

Kammerchor der evangelischen Kirchengemeinde Weißenfels
Leitung: Thomas Piontek

Predigt: Pfarrer Martin Schmelzer


15. Oktober 2017, 9.30 Uhr, Kreuzkirche | Dresden

Gottesdienst

Motetten von Heinrich Schütz, Georg Philipp Telemann, Zoltán Kodály

Liturgie: Superintendent Christian Behr

Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden
Leitung: Stephan Lennig
Kreuzorganist Holger Gehring, Orgel



15. Oktober 2017, 10.00 Uhr, Kirche St. Leonhard | Bad Köstritz

Festgottesdienst

Köstritzer Ensembles musizieren Heinrich Schütz

Blasorchester Elstertal, Leitung: Herbert Pietsch
Köstritzer Spielleute, Leitung: Ilse Baltzer M.A.
Ensemble Carmina, Leitung: Hubert Reimann

Predigt: Pfarrer Andreas Schaller

Blickpunkt Kulturhistorischer Programmteil

Die Musik des Frühbarocks war eingebettet in hoch komplexe Denkweisen und Bezugssysteme. Sie stand stets im Dialog mit anderen Künsten, war Mittel der Repräsentation von Macht, korrespondierte mit Formen höfischer Inszenierung. Und sie war eine Möglichkeit, wichtige Diskurse der frühen Neuzeit zu verhandeln. Das alles ist dem Menschen des 21. Jahrhunderts längst nicht mehr selbstverständlich. Spezielle Vermittlungsangebote, concert lectures, Begleitveranstaltungen und Gesprächsangebote sind deshalb integraler Bestandteil des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs.

8. Oktober 2017, 14.30 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus | Weißenfels

Sonderführung „Mein Lied in meinem Hause“

Heinrich-Schütz-haus Weißenfels | Foto: Mathias Marx

Selten hat man das Gefühl, wirklich an einem ganz besonderen Ort zu sein – hier im Heinrich-Schütz-Haus stellt es sich unmittelbar ein: In diesem einzigen original erhaltenen Wohnhaus des Komponisten befindet sich seit 2012 eine moderne Ausstellung zu Leben und Werk des „Sagittarius“, deren Höhepunkt die wiederhergestellte Komponierstube unter dem Dach bildet. Hier kann man als wertvollsten Schatz zwei im Haus aufgefundene Notenfragmente von der Hand des Komponisten bestaunen, die unter vielem anderen im Rahmen der Führung mit der Direktorin des Hauses zu sehen sein werden.

Henrike Rucker, Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses

10. Oktober 2017, 14.00 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus | Bad Köstritz

Musikalische Museumsrunde

Tiermetaphorik in der frühen Neuzeit:
Martin Luther als „Schwan“ und Heinrich Schütz‘ „Schwanengesang“

Die turnusmäßig stattfindende Musikalische Museumsrunde, als ein mittlerweile traditionsträchtiges Veranstaltungsformat des Heinrich-Schütz-Hauses in Bad Köstritz, erfreut sich seit jeher größter Beliebtheit und darf natürlich im Rahmen des diesjährigen Heinrich Schütz Musikfests nicht fehlen. Die Gäste haben die Möglichkeit sich, wie gewohnt in erfrischend lockerer und familiärer Atmosphäre, dieses Mal über folgenden möglichen Zusammenhang aufklären zu lassen: Was hat es mit Martin Luther Als „Schwan“ und Heinrich Schütz' „Schwanengesang“ auf sich? Lassen Sie sich den bemerkenswerten Vortrag von Prof. Dr. Peter Schmucker, durchaus gepaart mit einem Augenzwinkern und (wer mag) anschließender Kaffeetafel, nicht entgehen.

Prof. Dr. Peter Schmucker, Lübeck

Heinrich-Schütz-haus Weißenfels | Foto: Mathias Marx

Wahrheit in Wort und Musik der Reformationszeit. Präsentation von und Gespräch über Quellen der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Die Betrachtung von Handschriften und Drucken älterer Zeit eröffnet nicht nur einen lebendigen Zugang zur Musikgeschichte, sondern stellt auch eine unmittelbare ästhetische Erfahrung dar. Katrin Bicher und Dominik Stoltz präsentieren wertvolle Originale und Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts und erläutern sie in ihrem Kontext.

Katrin Bicher, Musikabteilung
Dominik Stoltz, Abteilung Handschriften, Alte Drucke und Landeskunde

In Kooperation mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

11. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Heinrich-Schütz-Haus | Weißenfels

… und feierten ein Fest

„Weißenfelser, Merseburger und Zeitzer Festmusikkultur im Spiegel der Hoftagebücher des Kurhauses Sachsen (1657–1746)“ – Präsentation eines neuen Forschungsvorhabens der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Kooperation mit dem Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels

Die Fürsten feierten, und Musik durfte nicht fehlen. Die Fürsten waren kunstsinnig und musikliebend – und so erstaunt es nicht, dass namhafte Komponisten wie Johann Beer (Weißenfels), Johann Philipp Krieger (Halle und Weißenfels), Johann Gottlieb Graun (Merseburg), David Pohle (Halle und Merseburg), Johann Theodor Römhildt und Johann Theile (Merseburg und Naumburg) an ihren Höfen erfolgreich wirkten. Andere berühmte Musiker machten ihre ersten musikalischen Erfahrungen an diesen Höfen, darunter Johann Friedrich Fasch und Georg Friedrich Händel in Weißenfels. Wiederum andere komponierten im Auftrag der sächsischen Herzöge, wie etwa Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann für den Weißenfelser Herzog Christian sowie Johann Friedrich Fasch und Gottfried Heinrich Stölzel für die Naumburger Messen im Auftrag des Zeitzer Herzogs Moritz Wilhelm.
Ausgangspunkt für diese hohe Blüte ist die Gründungszeit der jeweiligen Hofkapellen, die schon in die frühen 1650er Jahre fällt und die mit dem Namen Heinrich Schütz eng verbunden ist, der als Dresdner Oberkapellmeister auch die Einrichtung der drei Hofkapellen in Halle (Weißenfels), Merseburg und Zeitz begleitete.
Höfische Feste in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Formen zu erfassen, ihre Kontinuitäten und Wandlungsprozesse über mehrere Fürstengenerationen hinweg zu dokumentieren, aber auch Komponisten, Dichter und andere Künstler und ihre Werke in den Kontext der Festgeschehnisse an den drei Höfen einzubetten, ist das Ziel eines Forschungsprojektes, das das Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels initiiert hat und das an diesem Abend vorgestellt werden wird.

Henrike Rucker, Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses
Dr. Maik Richter, Projektleitung
Christa Maria Richter, Projektmitarbeiterin
Jochen Säckl, Projektmitarbeiter

Blickpunkt Wandelkonzerte

Es sind Feierlichkeiten mit Kultcharakter – die Wandelkonzerte und Festumzüge in Weißenfels und Bad Köstritz zu Ehren von Heinrich Schütz. Und sie sind Ausdruck dafür, dass Heinrich Schütz keinesfalls nur etwas für hochspezialisierte Musiker oder musikhistorische Experten ist. Heinrich Schütz war und ist ein Komponist nah am Leben – und so wird er alljährlich auch gefeiert.
 

7. Oktober 2017, 10.00 Uhr, Treffpunkt St. Marienkirche | Weißenfels

Wandelkonzert

Es ist eine gute Tradition in Weißenfels, den Geburtstag des großen Sohnes der Stadt mit einem Wandelkonzert zu feiern. Dabei wird die gesamte Stadt zum Klingen, Tanzen und Spielen gebracht, was die tiefe Verbundenheit der Weißenfelser mit Heinrich Schütz und seiner Musik zum Ausdruck bringt.

Dr. Johannes Kreis alias Heinrich Schütz
Udo Becker, Pfarrer i.R. als Martin Luther

Chor der St. Elisabethgemeinde
Kammerchor Weißenfels
Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde
Tanzensemble Faux pas
Vokalensemble Weißenfels
Volkschor Langendorf
Weißenfelser Hofkapelle
Weißenfelser Stadtmusikanten


8. Oktober 2017, 18.30 Uhr, Treffpunkt: Heinrich-Schütz-Haus | Bad Köstritz

Wandelkonzert

zum Schütz-Geburtstag

Wenn an zahlreichen Orten in Bad Köstritz 400 Jahre alte Musik erklingt und eine fröhlich-bunte Menschenmenge in historischen Kostümen durch die Stadt zieht, dann ist es wieder soweit: Die Bürger ehren ihren berühmtesten Sohn. Der Weg führt im Schein der Laternen und Fackeln vom Geburtshaus des Komponisten vorbei an kleinen Fachwerkhäusern hin zur Kirche St. Leonhard, in der Schütz am 9. Oktober 1585 getauft wurde, um abschließend zum 1985 errichteten Schütz-Denkmal von Bernd Wilde zu gelangen.

Ronneburger Turmbläser
und weitere musikalische Überraschungsgäste


13. Oktober 2017, 18.00 Uhr, Renaissanceflügel im Residenzschloss | Dresden
14. Oktober 2017, 18.00 Uhr, Renaissanceflügel im Residenzschloss | Dresden

Wandelkonzert

Reformation im Dresdner Residenzschloss – kurfürstlicher Machtanspruch, barocke Mode, Jacob Böhmes „Philosophische Kugel“ und Musik der Schütz-Zeit

Das Residenzschloss im Herzen der Altstadt ist Ursprungsort und Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Seit 1485 war es die ständige Residenz sächsischer Herrscher und damit Machtzentrum der sächsischen Kurfürsten und Könige. Mit der Eröffnung des Renaissanceflügels 2017 werden in einer sorgsam den historischen Gegebenheiten angepassten modernen Ausstellungsarchitektur des Dresdner Architekten Peter Kulka die schönsten Renaissancebestände der Rüstkammer – Prunkwaffen, Fürstenbildnisse und Prunkkleider aus dem Besitz der Kurfürsten von Sachsen – gezeigt. In der Verbindung von einzigartigem musealen Objekt, erhaltener architektonischer Raumgestalt, kunsthistorischer Betrachtung und klingendem Werk entsteht für die Besucher eine besondere Atmosphäre, bietet sich die Möglichkeit, eines speziellen Zugangs zu Geschichte und Kunst.

Führungen
Dr. Jutta Charlotte von Bloh, Oberkonservatorin der Rüstkammer und
Dr. Claudia Brink, Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin Grünes Gewölbe

Robin Peter Müller, Violine
Pia Grutschus, Violine
Sibille Klepper, Viola
Ilaria Fantin, Theorbe
Kateřina Ghannudi, Harfe
Marthe Perl, Viola da gamba

Eine Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Blickpunkt „Schütz_Junior!“

Das Publikum von morgen -
Veranstaltungsformate für Kinder und Jugendliche

Foto: Mathias Marx

Weißenfels, 1599: Ein Knabe singt so schön er kann. Ein Fürst, Landgraf Moritz von Hessen, der in der Stadt auf der Durchreise ist, erfährt zufällig von dem außergewöhnlichen Talent des jungen Gastwirtssohns und scheint nachhaltig beeindruckt zu sein. Der Fürst wird den Jungen fördern. Er ermöglicht ihm eine exzellente und umfassende Ausbildung an seiner neugegründeten Fürstenschule in Kassel, schickt ihn später sogar nach Venedig, damit er bei den großen Meistern die moderne Musik studieren kann. So beginnt der Weg eines kleinen Jungen, der zu einem begnadeten Komponisten heranwuchs und heute gern als der „Vater der deutschen Musik“ bezeichnet wird: Heinrich Schütz.

Junge Talente können sich nur durch Bildung, Förderung und Unterstützung voll entfalten. Hierzu möchte das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST einen Beitrag leisten und junge Menschen an die Musik heranführen. Schon seit mehreren Jahren beinhaltet das Programm des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTS Veranstaltungsformate, die sich unter dem Label Schütz_Junior! speziell an Kinder und Jugendliche richten. In Konzert- und Workshop-Formaten wird Kindern und Jugendlichen die hervorragende Möglichkeit geboten, erste Einblicke in die Epoche der Barockmusik zu bekommen und sich im wahrsten Sinne des Wortes „spielerisch“ dem Themenfeld des musikalischen Frühbarocks zu nähern.

„Junior!_Ticket“- Das familienfreundliche Angebot für einen Konzertbesuch

Schütz_Junior! ist mehr als ein attraktives Veranstaltungsformat. Unabhängig von der Größe des Geldbeutels bietet das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, fast alle Veranstaltungen zum günstigen Taschengeldpreis miterleben zu können.

Wie schon in den Vorjahren bietet der Veranstalter das Junior!_Ticket an. Gegen Vorlage eines Schülerausweises erhalten Besucher ihre Karten zum Vorzugspreis von nur 5,00 €. Der Sonderpreis gilt für fast alle Veranstaltungsangebote.

Mit „Die Abenteuer des Simplicissimus“ setzt das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST die gute Tradition, Veranstaltungsangebote speziell für Familien anzubieten auch im Festspieljahr 2017 fort.

Buchcover

Lesetipp für Kinder und junge Erwachsene
Der allerbeste Componist. Ein Buch für Heinrich Schütz

Wer neben der Musik auch literarisch mehr über Heinrich Schütz erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle das soeben im Kamprad-Verlag erschienene Buch Der allerbeste Componist. Ein Buch für Heinrich Schütz empfohlen. Dr. Christina Siegfried entführt den jugendlichen Leser auf eine ganz wunderbare Reise durch das lange und faszinierende Leben von Heinrich Schütz quer durch Europa.

Die liebevoll konzipierte Biographie wurde mit Holzschnitten illustriert, die in Zu-sammenarbeit mit dem Heinrich Schütz Musikfest im Rahmen eines Schülerprojektes im Lebek-Zentrum von Schloss Moritzburg in Zeitz entstanden sind. Die Kinder ließen sich für die Illustrationen in den Heinrich-Schütz-Häusern Bad Köstritz und Weißenfels sowie im Schloss Moritzburg und im Dom zu Zeitz inspirieren. Die Holzschnitte wurden von den Schülern selbst entworfen, geschnitten und gedruckt.

Das umfangreichen Kunstprojekt konnte mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen realisiert werden.

Der allerbeste Componist. Ein Buch für Heinrich Schütz
Broschur, B x H 15 x 21 cm, zahlreiche Abbildungen, 108 Seiten, ISBN 978-3-95755-620-2
VERLAGSGRUPPE KAMPRAD Bestell-Hotline: 03447 375610 | www.vkjk.de ebenfalls erhältlich in den Schütz-Häusern Weißenfels und Bad Köstritz sowie im Museumsshop Schloss Moritzburg Zeitz


Die Veranstaltungen im Blickpunkt

Ensemble all'improvviso | Foto: Ensemble

Die Abenteuer des Simplicissimus

Eine musikalische Geschichte für die ganze Familie nach wahren, erfundenen, lehrreichen und kurzweiligen Berichten des edlen Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen mit Musik und Improvisation auf „allerley“ alten Instrumenten

Simplicissimus, von allen nur Simplici genannt, kennt die Welt. Ihm macht keiner mehr etwas vor, und Geschichten erzählen kann er von allen am besten. Da ist nicht immer alles genau so passiert, aber wer will schon eine langweilige Geschichte hören? Ein bisschen Flunkern tut doch nichts, oder? Freilich, ab und an begegnet Simplici anderen, die fast genauso gewitzt sind, schlau vorgehen und sich überall hindurch bringen wie er. Aber hat einer recht, nur weil er einen roten Bart trägt? Wie ist das, wenn einer durch die Zauberkraft eines Vogelnests unsichtbar alle ausspioniert? Oder wenn einer einem anderen eine Lügengeschichte auftischt, um an dessen Geld zu kommen? Soll, was wahr ist, wahr bleiben? Immerhin hat einer gesagt, dass tausend Jahre Unrecht nicht eine Stunde Recht sein könnten. Ist Simplici deshalb ein Narr? – Oder was ist Wahrheit?

Begeben Sie sich mit der ganzen Familie auf diese liebevoll und eigens für das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST konzipierte musikalische Reise durch die Welt des aufgewühlten 17. Jahrhunderts und lauschen Sie gemeinsam mit Ihren Kinder den wahren, erfundenen, lehrreichen und kurzweiligen Berichten des edlen Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Zudem begegnen dem Publikum idealerweise Musik und Improvisationen auf „allerley“ alten Instrumenten.

Ensemble all'improvviso
Mareike Greb, Tanz
Thomas Streipert, Erzähler
Martin Erhardt, Blockflöten, Einhandflöte und Trommel
Michael Spieker, Barockvioline
Miyoko Erhardt-Ito, Viola da gamba
Christoph Sommer, Laute und Barockgitarre

Konzeption und Textfassung: Christina Siegfried

Termine
10. Oktober 2017, 10.30 Uhr, Schloss Moritzburg | Zeitz
13. Oktober 2017, 16.00 Uhr, Stadtmuseum (Landhaus) | Dresden
14. Oktober 2017, 10.00 Uhr, Fürstenhaus | Weißenfels
15. Oktober 2017, 15.00 Uhr, Saal im Palais | Bad Köstritz

Hortus musicus | Schütz_Junior!

Workshop/Kurs für Gambisten und Ensembles
für Alte Musik mit Hille Perl & Werkstattkonzert

Am Montag, den 9. Oktober 2017 heißt es ab 9.30 Uhr „Bühne frei für den Musikernachwuchs!“ Auch 2017 bereitet das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST in Kooperation mit dem Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden ein Podium, um dem jungen Publikum zu zeigen, dass die Zukunft der Alten Musik gesichert ist. Im Mittelpunkt des Kurses, geleitet vom artist in residence Hille Perl, steht der Unterricht der einzelnen Teilnehmer (für Gambisten), bereits bestehender Ensembles oder auch in spontan sich bildenden Consorts. Zuhörer als passive Teilnehmer sind herzlich willkommen. Die Ergebnisse des Tages werden am Abend in einem kostenlosen Werkstattkonzert vorgestellt.

Zielgruppe: Schüler u. Schülerinnen, Lehrkräfte, Studierende, Interessenten für Alte Musik
Kursgebühren: aktiv 20,- € / erm. 15,- € | passiv 15,- € / erm. 10,- € | Eintritt zum Werkstattkonzert frei.
Anmeldung/Organisation: Gabriele Bäz, Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden e.V.
gabriele.baez@hskd.de | Tel. 0351 82826 45/46

Termine
9. Oktober 2017, 9.30 Uhr, Workshop, Heinrich-Schütz-Konservatorium | Dresden
9. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Werkstattkonzert, Heinrich-Schütz-Konservatorium

Veranstalter des Heinrich Schütz Musikfests

Fördern | Forschen | Bewahren | Begeistern

Der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM) wurde 1994 als eine der sogenannten „Leuchtturm-Maßnahmen“ der Bundesrepublik Deutschland für die neuen Länder ins Leben gerufen. Die MBM wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Sächsi-schen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt und der Thüringer Staatskanzlei finanziert. Der gemeinnützige Verein hat seinen Sitz im Kloster Michaelstein, Blankenburg, bzw. mit dem Büro der Geschäftsführerin in Halle. Ihm gehören rund 60 Mitglieder, natürliche wie juristische Personen, aus ganz Deutschland an.

Die MBM ist eine Förderinstitution mit der besonderen Zielsetzung, die ungewöhnliche Dichte und Vielfalt wie die besondere Qualität mitteldeutscher Barockmusik in ihrer einflussreichen Bedeutung für die europäische Musikkultur des 17. und 18. Jahrhundert ins heutige Bewusstsein zu rücken. Alljährlich wird eine Vielzahl von Projekten – Konzerte und Festivals, Tagungen und Konferenzen bis hin zu wissenschaftlichen Publikationen und Editionen – sowohl finanziell gefördert wie ideell begleitet.

Die MBM ist zugleich ein modernes Netzwerk für Alte Musik und trägt entscheidend dazu bei, die Kulturregion Mitteldeutschland in ihrer Identität und Unverwechselbarkeit zu stärken. Dies realisiert sie als ein Forum, das sowohl ausübende Musiker, Wissenschaftler wie Repräsentanten der führenden Veranstalter, Forschungseinrichtungen und Museen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und darüber hinaus aus ganz Deutschland vereint. Kooperationen, Schaffung von Synergien und gegenseitige Befruchtung im Zusammengehen mit Partnern, Institutionen und Künstlern bündeln die gemeinsamen Interessen. Die MBM agiert zugleich als kulturpolitischer Repräsentant und Kommunikator. Ihr Ziel ist es auch hier, mitteldeutsche Barockmusik als Objekt wissenschaftlicher Forschung, vor allem aber als lebendige ästhetische Gegenwart zu einem Gegenstand modernen Erlebens und Nachdenkens zu machen.

Als Veranstalter hat es sich die MBM zur Aufgabe gemacht, in exemplarischer Weise und mit einem spezifischen Schwerpunkt mitteldeutsche Barockmusik einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich und als klingendes Erlebnis für ein breites Publikum erfahrbar zu machen. Die MBM veranstaltet jährlich im Frühjahr und jeweils an einem neuen Veranstaltungsort das Festival unMittelBARock! – Tage Mitteldeutscher Barockmusik und im Oktober das länderübergreifende HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST.

Mitteldeutsche Barockmusik
in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.
gefördert durch

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Staatskanzlei Sachsen-Anhalt
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen
Staatskanzlei des Freistaates Thüringen
 

Geschäftsführerin: Dr. Christina Siegfried
Große Klausstr. 12 | 06108 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 524 80 533 | Fax: (0345) 524 80 534 | Mobil: (0152) 286 22 187
christina.siegfried@mitteldeutsche-barockmusik.de
www.mitteldeutsche-barockmusik.de

Kooperationen und Partnerschaften

Das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST ist einzigartig in seiner Struktur und ein die drei mitteldeutschen Länder überspannendes Festival, dessen Planung und Durchführung maßgeblich von zahlreichen langjährigen Kooperationen und auch neuen Partnerschaften geprägt ist.
So verschieden die drei Hauptveranstaltungsorte – Bad Köstritz, Dresden und Weißenfels – sind, so birgt diese Unterschiedlichkeit die einmalige Chance, ein äußerst facettenreiches Musikfest zu gestalten, das nicht nur die einzelnen Orte und deren Region stärkt, sondern auch in seiner Gesamtheit Leben, Wirken und Zeit Heinrich Schütz‘ stärker ins heutige Bewusstsein rückt. Charakteristisch für das Musikfest ist gleichzeitig die Einbeziehung weiterer Schütz-Stätten wie Gera und Zeitz sowie die Realisierung von Projekten in Kooperation mit unterschiedlichsten Kultureinrichtungen, was das lokale wie konzeptionelle Spektrum in idealer Weise komplettiert.
Hauptveranstalter des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs ist der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.
Es wird in Kooperation mit drei ständigen Partnern veranstaltet, die zugleich als Mitveranstalter für das jeweilige Bundesland agieren: die Schütz-Akademie e.V. Bad Köstritz, der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz” e.V. sowie die Dresdner Hofmusik e.V.
Die Partner vor Ort engagieren sich kontinuierlich bei der Pflege des Schütz-Erbes und geben dem HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST durch ihre regionale Verwurzlung und ihr kreatives Engagement sein unverwechselbares Gesicht.
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
 
 
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen
Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
Thüringer Staatskanzlei
 
 

Das Heinrich Schütz Musikfest dankt der Landeshauptstadt Dresden, der Stadt Weißenfels, dem Burgenlandkreis, dem Landkreis Greiz, der Stadt Bad Köstritz und der Stadt Zeitz, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit der Sparkasse Gera-Greiz sowie der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt für die freundliche Unterstützung.

Logo: Ostdeutsche Sparkassenstiftung
Logo: Sparkasse Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Logo: Sparkasse Gera-Greiz
 
 
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Logo kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Logo: Landeshauptstadt Dresden
Logo: Landeshauptstadt Dresden
 
 
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Logo: Stadt Bad Köstritz
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Heinrich Schütz Musikfest - Zahlen und Fakten

1998

6.10. - 15.10.2017

22

37

16

13

8

7

5

3



540

5.000

5

15.5.2017

01806 700 733

5.10. –14.10.2018

erstes Festivaljahr
Mitteldeutsche Heinrich Schütz Tage

Festivalzeitraum

Spielstätten gesamt

Anzahl der Veranstaltungen

Veranstaltungen in Sachsen

Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt

Veranstaltungen in Thüringen

Veranstaltungen mit dem artist in residence

Veranstaltungsorte
Bad Köstritz, Gera, Weißenfels, Zeitz, Dresden

neue Spielstätten
Hochspannungshalle der TU Dresden
Kleiner Schlosshof Residenzschloss Dresden
Rüstkammer Residenzschloss Dresden

Anzahl auftretender Künstler

erwartete Besucher

Taschengeldpreis für ein Junior!_Ticket
5,00 Euro pro Karte in allen Preiskategorien

Start Kartenvorverkauf

Tickethotline

Festspielzeitraum 2018

 

Wir danken unseren Förderern und Kooperationspartnern

Ostdeutsche Sparkassenstiftung | Sparkasse Burgenlandkreis
Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Landeshauptstadt Dresden
 
 
Stadt Weißenfels
Stadt Bad Köstritz
Landkreis Greiz
Stadt Zeitz
Burgenlandkreis
Lotto Sachsen-Anhalt
Stiftung Frauenkirche Dresden
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
 
 

Unsere Medienpartner

MDR Kultur
DNN
Carus Musikverlag
Musikfeste im Land Sachsen-Anhalt

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