
Anlässlich seines 400. Geburtstages ehrt die Mitteldeutsche Barockmusik e.V. den Komponisten Andreas Hammerschmidt (1611-1675) mit den Tagen Mitteldeutscher Barockmusik, die vom 27. bis zum 29. Mai 2011 in Zittau stattfinden werden.
Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe ist auch die Aufführung eines Schuldramas des Zittauer Schriftstellers und Pädagogen Christian Weise (1642-1708) geplant.
Es war ein großes Ereignis in der Stadt Zittau, wenn der Rektor Christian Weise "die geneigten und Hochgeschätzen Liebhaber" im Winter zu den traditio-nellen Zittauer Schulspielen einlud. Im Rathaus wurde die gewöhnliche Schau-Bühne eingerichtet und über drei Tage hinweg präsentierten die Schüler drei unterschiedliche Theaterstücke in erstaunlicher Besetzung und Länge. Er knüpfte damit an die Tradition und seine eigene Ausbildung am Gymnasium unter dem Rektor Christian Keimann an, dessen Schulspiele mit Musik von Andreas Hammerschmidt erhalten sind.
Am 15. Februar 1684 zeigten die Schüler des berühmten Rektors Christian Weise in 77 verschiedenen Rollen das Stück Der gedemüthigte und wiederum erhöhte Nebucadnezar in Assyrien.
Dieses politische Thema des alten Testaments war bis dato noch nicht oft bearbeitet worden. Im Altbestand der Zittauer Christian-Weise-Bibliothek befindet sich die Handschrift dieses Dramas, in welchem die Musik ein wesentlicher Bestandteil der Dramaturgie ist. Der damalige Organist der Johanniskirche Zittau und Chori musici director Johann Krieger vertonte die Texte von Weise.Somit wird das Werk Weises rekonstru-ierbar und soll in modernisierter Form in einer Wiedererstaufführung auf die Bühne gebracht werden.
NachwuchsschauspielerInnen unter der Regie von Benjamin Petschke päsen-tieren mit dem Ensemble Musicantica (Leitung: Sven Rössel) den Nebucadnezar in einer Koproduktion mit dem Gerhart-Hauptmann-Theaters.
Die Vokalmusiken gestaltet der Akademische Hochschulchor der Hochschulen Zittau-Görlitz und der Chor des IHI Zittau (Leitung: Neithard Bethke).
Diese Koproduktion beleuchtet anhand historischer Dokumente die reichhaltige Musikgeschichte der Stadt im Dreiländereck sowie Weises Musikschauspiel mit Bezug zur heutigen Zeit und repräsentiert exemplarisch das deutsche Musikdrama der frühen Neuzeit im 17. Jahrhundert.

Weitere Informationen (Leporello)
Fotos: Sebastian Klemm
Inhalt Projekt Einführungstext
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