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Buchcover Bd 2Die Dresdner Hofkapelle war im 18. Jahrhundert berühmt für die herausragenden Fähigkeiten ihrer Mitglieder, aber auch für die Genauigkeit und Eleganz ihres Zusammenspiels. Das galt nicht nur für Oper und Kirchenmusik, sondern auch für die Aufführungen von Instrumentalmusik aller wichtigen Gattungen. Von dem einstigen Repertoire sind fast 1800 Werke erhalten geblieben. Weithin berühmte Komponisten wie Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel sind darin ebenso vertreten wie Musiker, von denen heute nur noch der Name und wenige Lebensdaten bekannt sind.
Es stellte in den vergangenen Jahren sich immer dringender die Frage, wie in heutiger Zeit eine so bedeutende Quellensammlung einer breiten interessierten Öffentlichkeit ebenso wie Musikern, die stets auf eine spannende Erweiterung ihres Repertoires und damit auf eine klingende Aktualisierung dieser überlieferten Werke ihr Augenmerk richten, zugänglich gemacht werden, Forschungs- und Recherchemöglichkeiten optimiert und zugleich das fragile Original als solches in der Nutzung geschützt werden kann.
Von Juli 2008 bis Juli 2011 bestand an der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) das DFG-Projekt Die Instrumentalmusik der Dresdner Hofkapelle zur Zeit der sächsisch-polnischen Union. Erschließung, Digitalisierung und Internetpräsentation. Ziel war die inhaltliche Aufarbeitung und digitale Präsentation des legendären Schrancks No: II, in dem das nach dem Siebenjährigen Krieg nicht mehr genutzte instrumentale Repertoire der Dresdner Hofkapelle archiviert worden war.
Im Rahmen des Digitalisierungsprojektes gelang es zudem, zahlreiche anonym überlieferte Werke zu identifizieren. Schreiber- und Papieruntersuchungen ergaben Erkenntnisse zur Datierung und ursprünglichen Provenienz der Handschriften. Auf einem im Juni 2010 veranstalteten Kolloquium unter dem Titel Das Instrumentalrepertoire der Dresdner Hofkapelle in den ersten beiden Dritteln des 18. Jahrhunderts – Überlieferung und Notisten wurden ergänzend methodische Fragen diskutiert wie auch die Grenzen der musikwissenschaftlichen Schreiberforschung ausgelotet. Dies alles gab den Anstoß zu einem Buch, das die Grundzüge des gegenwärtigen Wissens zu den Manuskripten aus dem Schranck No: II darstellt und das Forschern und Musikern eine unverzichtbare Orientierungshilfe bieten soll. – Ein Guide to Research, der als Band 2 des Forum Mitteldeutsche Barockmusik 2012 erschienen ist.

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